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Donnerstag, 20. Oktober 2016

Artcore

Konzentriert, mit ruhigem Atem und stetem Blick surrt leise die Maschine unter seinen Händen. Winzig sind die Nadeln; ihr Vibrieren geht unter die Haut. Zusammen mit Blau, Schwarz, Grün und vielleicht einem Hauch Rot, eher Sonnenuntergangfarben.
Behutsam, wie ein Künstler über seine Leinwand, streicht er über sein Werk, seine Spielwiese.

Linien, Muster, Flächen, Farben. Seiner Fantasie entsprungen, irgendwoher geschenkt. Woher genau weiß er vielleicht selbst nicht, eine Gabe.

Er hält einen Moment inne, betrachtet seine Arbeit. Outlines, Inlines, Impro.
In der Rechten die Maschine, sein Pinsel, in der Linken ein farbgetränktes Zewa – Wisch und Weg. Der Farbüberschuss hinterlässt Schlieren, wie Autoreifen auf Asphalt.

Sein Bart ist schwarz und gepflegt, in den Haaren, die unter seiner Mütze hervorschauen, schimmert ein Glanz in Braungold mit. Nasenring und Tunnels in den Ohren passen zueinander – schwarz, matt, unmarkant.

Geht‘s? Sorry, ich mache das nicht mit Absicht, das ist halt einfach so...“ Irgendwie spielt um seine Mundwinkel trotzdem ein Lächeln – sympathisch.

Das Surren zieht sich durch Raum und Stunden, wie das Ticken einer Uhr, einprägsam.
Wie die Farbe, die Millionen seiner Nadeln unter Haut stechen.

Ein Kunstwerk, bezahlt mit Blut und Schmerz – Farbe für Blut.

Dienstag, 1. März 2016

Storytelling-adventure-month

Tag eins, er ist da. Und mit ihm die erste Schreibaufgabe, die es zu bewältigen gilt. Ein bisschen wie Weihnachten ist es schon, spannend, welches Geschenk man erhält, was man damit anfangen kann und welche Erfahrungen sich damit sammeln lassen. Storytelling, eine interessante Sache, über die ich erst vor wenigen Wochen bei Facebook gestolpert bin. Und ein Storytelling adventure month klingt erst recht toll. Schreiben um des Schreibens Willen, ohne Gewinnversprechen, ohne Zwang, einfach nur aus der Lust selbst heraus. Klasse! Mittels täglicher Schreibaufgaben durch eine eigene Geschichte geleitet zu werden, die man innerhalb eines Monats zu Ende bringen wird. Eine Idee, die mir spontan gefallen hat und auf die ich mich  gerne eingelassen habe.
Heute nun also die erste Aufgabe: einen Brief an mein zukünftiges Ich schreiben, maximal eine halbe Din A 4 Seite lang, und die Grundidee meiner Geschichte umreißen. Also sehen, wohin mich die Reise eventuell führen wird - oder am Ende das Resumée ziehen und feststellen, dass sich alles anders als gedacht entwickelt hat. Während ich gerade, nach erfolgreicher Beendung meiner Tagesaufgabe, darüber nachdenke, kommen mir die Gedanken: "Der Weg ist das Ziel!" Und irgendwie passen die zum Tag, zu der aktuellen Aufgabe oder ganz allgemein zum Leben.
Ich werde sehen, was der Monat bringt, was meinen Charakteren zustößt oder ob ich mich von ihnen entfernen werde. Eines ist jedoch klar: der storytelling-adventure-month ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme!