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Montag, 1. August 2016

Gefangen im Montag

So ganz spielte das Wetter heute nicht in ihrer Liga, mal war es zu kalt, dann wieder zu warm. Weste an, Weste aus.
Menschen schlurften an ihr vorbei, Schultern knietief hochgezogen, als würden sie sich in imaginären Mänteln verstecken.
Irgendwie war es schwül, irgendwie kühl und irgendwie montag. Eine Mischung, die sie an bitteren Tee erinnerte, den man zu trinken bekam, wenn man es im Magen hatte. Kamille oder Brennnessel.
Sie verzog das Gesicht, Geschmackserinnerungen aus ihrer Kindheit pelzten ihr die Zunge entlang und kräuselten ihre Mundwinkel. Energisch wie ein ausgelaugter Fisch schüttelte sie den Kopf, um Geschmack und Erinnerung fortzudrängen.
Montag. Erster Tag der Woche. Der Tag nach Sonntag. Der Tag, an dem statistisch gesehen die meisten Unfälle passierten. Oder war das Mittwoch? Auf jeden Fall ein Tag mit "M".
M wie Mordslust und Modebewusstsein, M wie Motivation und Mut.
Sie seufzte, dann kramte sie in ihrem Rucksack wieder nach der Weste und schlüpfte hinein. Das Wetter spielte heute echt nicht in ihrer Liga.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Das Mädchen

Am linken Bein ist die Leggings ein wenig höher gekrempelt als am rechten,doch es stört sie nicht. Das Tunika-Oberteil wippt beim Gehen,ist an der Hüfte ein bisschen verrutscht. Niveafarben ist es, eine Stickborte zieht sich über die Brust.
Nackte Arme,bis zum Ellenbogen.
An den Füßen leichtläufig Sneaker,die das Emblem der griechischen Siegesgöttin verewigt haben.
Sie hält eine Geldbörse in ihrer Linken, die Haare fliegen nach Supermodelart um ihre Schultern. Lang und brünett präsentiert sie die lockige Pracht,vereinzelt haben sich Strähnen im Ausschnitt der niveafarbenen Tunika verfangen.
Auf den Lippen, voll und dunkel, trägt die junge Frau ein Lächeln.
Ihr Blick ist munter,lebendig,lebensfroh. Dunkelgrünbraun leuchten die Augen, groß und neugierig in die Welt hinaus,in den Montagmittag,so voller Schwüle und Regen.
Ein fröhliches Mädchen,denken Passanten,denen sie entgegen tänzelt in ihrer Leichtigkeit.
Unkontrolliert streift ihr eine Windböe eine Strähne ins Gesicht,fängt sich in ihren langen und seidigsamtenen Wimpern. Unbedacht und sanft wischt dad Tunikamädchen mit der Leggings,die links ein wenig höher gekrempelt ist, das Haar mit ihrer Rechten aus dem Gesicht.
Auf ihrem Unterarm prangen hart und schwarz die Konturen einer Kalaschnikow.