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Donnerstag, 24. Januar 2019

Weißt Du...

Schlohweiß mein Haar,
ein Hauch Lila hat sich
in feinen Strukturen verfangen -
austauschbar.
Mein Style fällt auf,
wenn ich wie Du durch
Stadtgassen schleiche
- katzengleich.
Du sagst, du hast dein
Lebensallerlei
so satt.
Du erzählst mir Geschichten
von Abenteuern und Freiheit,
vom Lagerfeuer am Meer,
direkt hinter den Dünen.
Was hält dich von all dem ab,
will ich wissen.
Du zupfst dir eine Strähne
aus den Augen und ich
sehe, wie Dein Blick
stumpf wird.
Sollte er nicht leuchten und
glühen?
Du seufzt. Knabberst an deinem
Daumennagel.
Weißt Du... setzt Du an und
versäumst am Meisten, zu Dir
selbst
ehrlich zu sein.

Draußen ist es wundervoll,
es duftet nach Sommer, Wasser-
Melone und Lavendel.
Viel zu Schade, den Tag nur
in den eigenen vier Wänden
zu verbringen.

Weißt Du..., Dein Blick wird noch matter.
Ich habe keine Zeit dazu.

Keine Zeit? , frage ich dich.

Ich weiß, die Fragen sind dir unangenehm. Aber manchmal
muss man sich den un-
an-
genehm-
en Fragen des Lebens
stellen.

Ich helfe Dir dabei.
Ich bin da.

snowcakeofice.

Sonntag, 17. Juli 2016

Kalte Tränen

Man steht voreinander, irgendwie wort- und atemlos. Stille umfängt das Schweigen, das vielleicht behaglich und vertraut sein sollte. Blicke streifen über Autos und verlieren sich im Sommerwind, der verheißungsvoll über nackte Knie streicht. Hände berühren sich, Schultern lehnen aneinander, Herzschlag. Im Einklang und doch soweit auseinander, fast schon eine Zeitzone entfernt. Man redet und lacht trocken, Worte lallen lippenlos durch Luft, finden Gehör. Irgendwo riecht es nach Regen, frisch und süß, es kühlt ab. Auf  der Autobahn wird der Verkehr allmählich ruhiger, Feierabendstimmung im Land des rollenden Blechs.
Gedanken verflüssigen sich wie Schokolade in der Sonne. Sie entkommen in kalten Tränen, die langsam an Nasenflügeln hinabgleiten.
Man steht sich gegenüber, irgendwie fremd und doch ungewohnt vertraut.