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Sonntag, 5. März 2017

Zuhause in der Dunkelheit

Weit weg ihre Gedanken, als sie im Hier und Jetzt 
den Regen auf ihrer Haut spürt.
Die Tropfen tanzen in der Dunkelheit, 
die sie so vollständig umgibt und in der sie sich so zuhause fühlt. 
Zuhause in der Dunkelheit. Sie lächelt.
Nikotin brennt auf ihren Lippen - 
bitter, befreiend.
Noch ein Zug, ehe die Zigarette
verglimmt.
Im Wald hinter dem Haus 
fauchen Bäume im 
winterlichen Wind, 
sie singen und zischen, 
Äste knurren, 
ab und zu kann sie ein Käuzchen
hören. 
Zuhause in der Dunkelheit. 
Schauer kriechen ihr als 
Gänsehaut den Rücken hinunter.
Bin ich hier? Bin ich ich? 
Wo bin ich?
Ein Regentropfen platscht auf den
bloßen Arm und
hinterlässt Feuerbrennen.
Es ist Nacht, denkt sie, Schlafenszeit.
Kann ich mich verlieren, 
wenn ich schlafe? 
Sie schüttelt den Kopf. 
Mehr, um Gedanken zu vertreiben, 
als um eine Antwort auf 
ihre eigene rhetorische Frage 
zu finden.
Ich möchte die Dunkelheit umarmen, 
mich in ihr wohlfühlen, 
sie zu meinem Zuhause machen. 
Wortfetzen, die sie mit Angst erfüllen, 
obwohl sie aus ihr selbst kommen.
Zuhause in der Dunkelheit.


Donnerstag, 8. September 2016

Sonntagmorgenträumerei

Der Sonntag regnete grau auf das Dach, über dessen Ziegel man Felder und Bäume sehen konnte. Seidig hingen Wolken im Geäst der Buchen und Eichen, umschlungen Sommerblätter und Herbstfrüchte; vereinzelt tropften Wasserperlen hell wie Kristall auf Birkenrinde, hinterließen Spuren aus Silber. Es duftete frisch und irgendwie ein wenig nach warmem Holz. Sacht strich eine Windbrise über mein Ohr, ich konnte spüren, wie das Babyhaar direkt unterhalb des Ohransatzes meine Haut kitzelte. Voller Behagen zog ich die Bettdecke ein Stück weiter über meine Schulter und kuschelte mich tiefer in Kissen und Wärme. Ich blinzelte eine Sekunde, verschlafen,  und als ich sie neben mir liegen sah, ganz in Bettdecke und Kissenschluchten vergraben, schien meine Welt perfekt. Sie atmete gleichmäßig; ich konnte das Auf und Ab ihres Brustkorbs beobachten, in dieser Winzigkeit von Moment. Die Sonne in meinem Herzen zeichnete ein Lächeln auf meine Lippen, ich streckte unter der Decke eine Hand durch, berührte sanft ihren Rücken. Sie bewegte sich, irgendwie, als würde sie sich in ihrem Schlaf gestört fühlen. Prinzessinnenschlaf, dachte ich und fiel in Sonntagmorgenträume.