Donnerstag, 28. Februar 2019
Zu viel.
in diesem Café,
wo es einzigartige Schokolade
zu Trinken gibt. Die mit den
Marshmallows.
Wir sitzen uns gegenüber;
beim Reden hauchst
du mir deinen Kaffee-
Atem entgegen - bitter und warm.
Es stört mich kaum.
Ich halte mich an meinem
Glas Wein fest
wie ein
Ertrinkender.
Dabei mag ich keinen Wein.
Weder roten noch weißen;
weder trocken
noch süß.
"Manche Situationen verlangen nach außergewöhnlichen Maßnahmen!"
Heute scheint eine
solche Situation zu sein.
Wir sitzen uns gegenüber,
seit zwei Stunden schon.
Ich hatte zu viel Wein,
den ich nicht mag.
Du hattest zu viel Kaffee,
den du nicht
leiden kannst.
Dein Blick irrt im Raum
umher, irgenwie.
Es gibt Nichts,
woran er sich festsehen
könnte.
In meinem Kopf dreht sich
alles,
kann ich noch
klar denken
oder bin ich
betrunken?
Dein Blick trifft mich, unstet.
Du versuchst zu lächeln,
doch irgendwie
wird eine
Grimasse daraus.
Ich hatte zu viel Wein.
Du hattest zu viel Kaffee.
Wir sitzen uns gegenüber
in diesem Café
mit der ganz besonderen
Schokolade
und wissen nichts
miteinander
anzufangen.
snowcakeofice.
Freitag, 27. April 2018
Dancing through the trafficlights
Augen geschlossen, ich spuere die Stadt auf der Haut.
Autoabgase und Menschengeschnatter, das die Luft erfuellt.
Gespraechsfetzen, die durchmischt und miteinander verwoben
einen neuen Sinn ergeben.
Ich moechte mich dem Rausch der Stadt ergeben,
mich hingeben und mit jedem Atemzug
das Hier und Jetzt erleben.
Spueren, wahrnehmen,
lauschen.
Irgendwo lacht ein Kind,
es springt froehlich hinter Stadttauben her,
sein Gekicher ist ansteckend.
Eine alte Frau bleibt stehen,
verharrt einen Moment in der
Froehlichkeit des Kindes.
Vielleicht erinnert sie sich
an ihre eigenen Kinder,
ehe sie gross und selbststaendig waren.
Der Trubel des Nachmittags zieht mich
in seinen Bann,
ich moechte mich darin verlieren,
eins mit ihm sein und doch
beobachten.
Menschen, Gefuehle,
Emotionen.
Die Sonne wirft ihre Schatten
auf Haeuser und Autos,
ich lasse meinen Geist mit ihren
Strahlen fliegen.
Montag, 16. Mai 2016
Schönheit
Das Wetter an diesem Tag war klar und sonnig, ein Hauch Frühlingswärme setzte sich in meinem Gefühlschaos fest.
Mein Blick strich verschwommen über die Landschaft, ich hatte Mühe, ihre Schönheit und ihre Eleganz wahrzunehmen. Hinter meinem Kameraobjektiv befand ich mich in einer Art Parallelwelt, Sucher und Linse bewahrten mich vor der Realität.
Irgendwo knirschte es im Geäst der Birkenpflanzung.
Erst als ich einen Moment stehenblieb und die Ruhe auf mich wirken ließ, konnte ich es sehen.
Ich sah um mich herum, drehte mich im Kreis und atmete die Frische der Luft bewusst in meine Lungen. Tausend und abertausend Partikelchen funkelten und tanzten im Sonnenlicht, es sah aus wie Feenstaub. Aufgewirbelt, um wahrgenommen zu werden.
Mein Herzschlag wurde ruhiger, meine Gedanken stoppten ihre Raserei, ich ließ mich nieder und dachte darüber nach, wie wunderschön doch alles sein konnte.