Augen zu, ich drücke aufs Gaspedal.
Die Sonne geht gerade auf, ich fahre in das Rotglühen des Himmels - das Wetter wird schlecht heute.
Linke Spur, Vollgas.
Oder fast, der Hyundai vor mir bremst mich aus.
Vollidiot.
Ich bin genervt, will weg, einfach weg.
Kilometer um Kilometer ziehen an mir vorbei,
im Rückspiegel verabschiede ich mich leise von ihnen.
Macht's gut, wir sehen uns.
Augen auf, ich bin müde.
Ein Schluck Kaffee aus dem heimatlichen Coffee-To-Go-Becher.
Kein Zucker, ein Schuss Kondensmilch, zweimal gerührt.
Ich öffne das Fenster, Morgenluft mit Abgasen und Benzin erfüllt schnell das Wageninnere.
Das Radio spielt mir das Lied vom Tod, ich würde mich gerne berauscht fühlen.
Doch stattdessen eisklare Gedanken, sie klirren in meinem Kopf und lassen die Zähne klappern.
Sechster Gang, 160km/h. Mein Ziel liegt irgendwo,
hinter meinen Gedanken, vielleicht.
Direkt links neben den Gefühlen.
Inzwischen steht die Sonne höher, der Feuerball, gebettet in Zuckerwatte.
Während ich auf den Endzeithimmel zusteuere, läuft im Radio Stairway to Heaven.
snowcakeofice.
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Freitag, 23. März 2018
Bad weather.
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Samstag, 25. Juni 2016
Wohin des Wegs
Wohin des Wegs, schöner Tag, wieso hast du es so eilig?
Schon überziehen Wolken dein Antlitz, schon rauben dir Gewitterschauer
Atem und Sicht.
Hörst du den Donner fern toben, versteckst du dich
vor Blitzspiel und Sturm?
Wohin des Wegs, schöner Tag, warum so schüchtern?
Mittwoch, 15. Juni 2016
Stern-Regen
Zart wie Schneeflocken scheinen sie über den Gartenweg gestreut, Cremeweiß mit gelben Staubfäden. Filigran und zerbrechlich zieren sie Rasen und Fliesen, setzen sie sich in den bemoosten Fugen fest.
Sterne, geregnet aus abermillionen Wolken in diesem Frühjahr säumen den Weg unter den Schutz der Laube. Dampfig steigt Regendunst aus der Wiese, Würmer tummeln sich emsig, häufen Erdmassen auf Grashalme. Matsch drückt sich in Hundepfoten, nassnasig schnuppern Vierbeiner an einer Schnecke - blitzlangsam zieht sie ihre Fühler ein, schrumpft zu einem Häuflein Rostrot zusammen.
Die Windböen duften frisch nach Winter, Meeresrauschen und einem Hauch Sommer, verrückt.
Wenn es im Frühsommer weiße Sterne regnet, hört die Welt einen Moment auf, sich zu drehen.
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Dienstag, 14. Juni 2016
Sommer?
Das Grau schüttet immer wieder vom Himmel in diesen Tagen, Wolkenberge verdecken Sommergefühle und laden Anfang Juni zum Glühweintrinken in überschwemmte Biergärten ein. Während die Natur grünt und beinahe schon wieder verblüht ist, pendeln sich die Temperaturen stabil bei 19Grad Celsius ein. Sommer 2016 oder: vielleicht geschehen noch Zeichen und Wunder.
Montag, 7. März 2016
Straßen-Werbung
Während Schneeflocken zur Erde rieseln, mal kleine, mal größere, liegen sie in ihren Fenstern. Die Hektik des Mittags zieht an denen vorbei, die bequem auf große Kissen gepolstert an den Fenstern zur Straße gebettet sind und arbeiten. Wie lebendige Plakatwände zieren sie die Häuserfront, ihre Stimmen hallen laut wider im Straßenverkehr. Nur das Rauschen der Straßenbahn übertönt die Unterhaltungen, die in fernen Sprachen und exotischen Nuancen an die Ohren der Passanten dringen. Augen, munter wie Springbrunnen, folgen Menschen und Tieren, mustern, gucken, gaffen, glotzen. Augenbrauen ziehen sich hoch, Mundwinkel spreizen sich zu Gelächter, große Ballonbrüste wackeln.
Die Fenster sind überdacht und bieten irgendwie Schutz. Vor Regenwetter und Sonnenschein, vor Sturm und wüstem Stadtwind, ebenso wie vor lauem Lüftchen. Vor Blicken und Worten schützen sie nicht, die Fensterdächer.
Der Tag treibt seine Stunden voran, die Damen ihre Fenster-Werbung. Sie pfeifen und gackern, inzwischen vielleicht eine Spur genervter, ein wenig ironischer. Durchweicht sind die roten Extensions im Kraushaar, acht Stunden Straßen-Werbung haben ihre Spuren hinterlassen. Zerschlissen wie Plakatwände nach dem Sturm verlassen sie ihr Fenster, das große Kissen fest unter den Arm geklemmt. Die Spätschicht steht schon in den Startlöchern, man kann ihr Gackern schon aus den hinteren Räumen hören.
Die Fenster sind überdacht und bieten irgendwie Schutz. Vor Regenwetter und Sonnenschein, vor Sturm und wüstem Stadtwind, ebenso wie vor lauem Lüftchen. Vor Blicken und Worten schützen sie nicht, die Fensterdächer.
Der Tag treibt seine Stunden voran, die Damen ihre Fenster-Werbung. Sie pfeifen und gackern, inzwischen vielleicht eine Spur genervter, ein wenig ironischer. Durchweicht sind die roten Extensions im Kraushaar, acht Stunden Straßen-Werbung haben ihre Spuren hinterlassen. Zerschlissen wie Plakatwände nach dem Sturm verlassen sie ihr Fenster, das große Kissen fest unter den Arm geklemmt. Die Spätschicht steht schon in den Startlöchern, man kann ihr Gackern schon aus den hinteren Räumen hören.
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