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Montag, 5. November 2018
Ich möchte mein Herz tanzen sehen
Wie jeden Morgen, verknautscht im Bett liegend,
mit dem Wecker diskutieren.
Zwischen zwei Snooze-Intervallen Sinn
und Unsinn des Sich-Erhebens abwägen,
um letztlich doch zu kapitulieren.
Raus aus Kissen und Decken,
hinein in die Realität.
Wie immer.
Kopf gesenkt, erstes Ziel: die Kaffeemaschine.
Zischend und fauchend füllt sich die Tasse
mit der dunklen Brühe, lebensrettend.
Im Radio melden sie eine Dauerbaustelle,
schon seit Wochen fordert sie die Geduld
der Menschen.
Der Tag ist grau und hell.
Wolken dekorieren den Novemberhimmel und
es fühlt sich an wie immer.
Ein Tag, wie jeder andere.
Ein Tag zum Arbeiten.
Wie immer.
Den Geschirrspüler anschmeißen,
ein paar Brotkrümel wegwischen -
für mehr ist keine Zeit.
Keine Zeit.
Dauerbaustelle.
Ein Tag wie jeder andere.
snowcakeofice.
Freitag, 23. März 2018
Bad weather.
Augen zu, ich drücke aufs Gaspedal.
Die Sonne geht gerade auf, ich fahre in das Rotglühen des Himmels - das Wetter wird schlecht heute.
Linke Spur, Vollgas.
Oder fast, der Hyundai vor mir bremst mich aus.
Vollidiot.
Ich bin genervt, will weg, einfach weg.
Kilometer um Kilometer ziehen an mir vorbei,
im Rückspiegel verabschiede ich mich leise von ihnen.
Macht's gut, wir sehen uns.
Augen auf, ich bin müde.
Ein Schluck Kaffee aus dem heimatlichen Coffee-To-Go-Becher.
Kein Zucker, ein Schuss Kondensmilch, zweimal gerührt.
Ich öffne das Fenster, Morgenluft mit Abgasen und Benzin erfüllt schnell das Wageninnere.
Das Radio spielt mir das Lied vom Tod, ich würde mich gerne berauscht fühlen.
Doch stattdessen eisklare Gedanken, sie klirren in meinem Kopf und lassen die Zähne klappern.
Sechster Gang, 160km/h. Mein Ziel liegt irgendwo,
hinter meinen Gedanken, vielleicht.
Direkt links neben den Gefühlen.
Inzwischen steht die Sonne höher, der Feuerball, gebettet in Zuckerwatte.
Während ich auf den Endzeithimmel zusteuere, läuft im Radio Stairway to Heaven.
snowcakeofice.
Die Sonne geht gerade auf, ich fahre in das Rotglühen des Himmels - das Wetter wird schlecht heute.
Linke Spur, Vollgas.
Oder fast, der Hyundai vor mir bremst mich aus.
Vollidiot.
Ich bin genervt, will weg, einfach weg.
Kilometer um Kilometer ziehen an mir vorbei,
im Rückspiegel verabschiede ich mich leise von ihnen.
Macht's gut, wir sehen uns.
Augen auf, ich bin müde.
Ein Schluck Kaffee aus dem heimatlichen Coffee-To-Go-Becher.
Kein Zucker, ein Schuss Kondensmilch, zweimal gerührt.
Ich öffne das Fenster, Morgenluft mit Abgasen und Benzin erfüllt schnell das Wageninnere.
Das Radio spielt mir das Lied vom Tod, ich würde mich gerne berauscht fühlen.
Doch stattdessen eisklare Gedanken, sie klirren in meinem Kopf und lassen die Zähne klappern.
Sechster Gang, 160km/h. Mein Ziel liegt irgendwo,
hinter meinen Gedanken, vielleicht.
Direkt links neben den Gefühlen.
Inzwischen steht die Sonne höher, der Feuerball, gebettet in Zuckerwatte.
Während ich auf den Endzeithimmel zusteuere, läuft im Radio Stairway to Heaven.
snowcakeofice.
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Dienstag, 24. Januar 2017
Gleis-Bett
Sein Blick schweift durch die Dunkelheit, in der er gerade noch Umrisse und Schemen erkennen kann. Schatten, die sich vor ihm verbergen, in seinen Gedanken wühlen und wüten. Ihn nicht zur Ruhe kommen lassen.
Nie.
Die Schatten seines Lebens...
Er seufzt, als er an der kalten Zigarette zwischen den längst eingefrorenen Fingerspitzen zieht.
Für eine Sekunde schließt er die Augen, schmeckt bitter Nikotin auf seinen Lippen und spürt Winterwind auf der Haut.
Um ihn herum passiert das Leben, der Alltag. Menschen auf ihrem Heimweg stoßen an seine Schultern, nuscheln Entschuldigungen und eilen weiter. Dem nächsten unwichtigen Termin entgegen, zu der übernächsten Verabredung, um belanglos Kuchengabeln voller Kaffeestückchenkrümel in Münder zu schieben.
Als er die Augen wieder öffnet, schwankt er für einen Moment, gerade lange genug, um den Bruchteil einer Sekunde zu füllen. Eine Ewigkeit.
*
Die Ansage am Bahnhof knurrt unhöflich, wirklich zu verstehen ist sie nicht.
Schlecht gelaunt, oder was?, denkt er und muss beinahe grinsen. Beinahe.
Ehe das Lächeln überhaupt die Chance hat, zu seinen Lippen, seinen Mundwinkeln vorzudringen, fallen Gedanken wie Harpyien über es her. Sie zerfleischen es, zerfetzen jeden noch so winzigen Funken Lachen. Sie löschen es aus, als hätte es nie existiert.
Hat es denn jemals existiert? Er kneift die Augen ein wenig zusammen, legt die Stirn in Falten, versucht sich daran zu erinnern ob er irgendwann in seinem Leben einmal ehrlich gelächelt hat.
Als Kind vielleicht... Unbeschwert und frei. Frei sein, Freiheit, frei.
Von Sorgen und Ängsten. Von Hoffnungen und Befürchtungen. Frei von den Dämonen, die aus ihm selbst kommen und ihm... all diese Dinge antun.
Diese Dunkelheit aus ihm selbst ist es, die ihm heute am meisten Angst macht. Bitter und kalt schleicht sie sich in seine Adern, verbreitet Nebel und Kopfschmerzen, setzt sich in seinen Gliedern fest, gräbt ihre Krallen tief in seine Magengrube.
Schwarz trieft sein Herz, wie die Lunge eines starken Rauchers.
*
Kalt liegt das Metall der Schienen im Gleisbett. Züge rollen so tonnenschwer darüber, wie seine Seele in seinem Körper wohnt.
Der Schotter vibriert fast elektrisch unter dem Gewicht, Gänsehaut breitet sich über seine Haut aus. Er spürt, wie sich fein die Härchen stellen, erst auf dem Rücken, dann über die Oberarme hinunter zu seinen Händen.
Menschen stolpern aus den sich öffnenden Abteiltüren, hinaus in Kälte, Dunkelheit und Nacht.
"Dieser Zug endet hier, bitte achten Sie auf die Ansagen am Gleis", quäkt monoton die Computerstimme, die schon wenige Minuten zuvor kaum zu verstehen war.
"Dieser Zug endet hier...", wiederholt eine Stimme in seinem Kopf - ein Stich durchfährt ihn irgendwie. Endet hier... Die Worte hallen in seinen Gedanken nach wie ein Echo, das nicht verklingen mag.
Endet.
Hier.
Seine Unterlippe zittert, unwirsch berührt er mit dem Zeigefinger die zarte Haut.
Tränenglitzernd wirft er einen Blick auf sein Handy, 19Uhr27, am 24.Januar 2017.
In seinem Kopf summt und surrt es, Chaos und Ruhe, Existenz und Nonpräsenz flackern auf, werfen ihm Wortfetzen und unvollständige Sätze zu, sie wimmern und betteln, befehlen und schreien.
Sie schreien so laut wie nie zuvor, sie schreien, all ihre Wut, ihre Verzweiflung, ihr Chaos hinaus.
Er schreit mit und lächelt, vielleicht das erste Mal in seinem Leben, während der 19Uhr28-Zug einfährt.
Nie.
Die Schatten seines Lebens...
Er seufzt, als er an der kalten Zigarette zwischen den längst eingefrorenen Fingerspitzen zieht.
Für eine Sekunde schließt er die Augen, schmeckt bitter Nikotin auf seinen Lippen und spürt Winterwind auf der Haut.
Um ihn herum passiert das Leben, der Alltag. Menschen auf ihrem Heimweg stoßen an seine Schultern, nuscheln Entschuldigungen und eilen weiter. Dem nächsten unwichtigen Termin entgegen, zu der übernächsten Verabredung, um belanglos Kuchengabeln voller Kaffeestückchenkrümel in Münder zu schieben.
Als er die Augen wieder öffnet, schwankt er für einen Moment, gerade lange genug, um den Bruchteil einer Sekunde zu füllen. Eine Ewigkeit.
*
Die Ansage am Bahnhof knurrt unhöflich, wirklich zu verstehen ist sie nicht.
Schlecht gelaunt, oder was?, denkt er und muss beinahe grinsen. Beinahe.
Ehe das Lächeln überhaupt die Chance hat, zu seinen Lippen, seinen Mundwinkeln vorzudringen, fallen Gedanken wie Harpyien über es her. Sie zerfleischen es, zerfetzen jeden noch so winzigen Funken Lachen. Sie löschen es aus, als hätte es nie existiert.
Hat es denn jemals existiert? Er kneift die Augen ein wenig zusammen, legt die Stirn in Falten, versucht sich daran zu erinnern ob er irgendwann in seinem Leben einmal ehrlich gelächelt hat.
Als Kind vielleicht... Unbeschwert und frei. Frei sein, Freiheit, frei.
Von Sorgen und Ängsten. Von Hoffnungen und Befürchtungen. Frei von den Dämonen, die aus ihm selbst kommen und ihm... all diese Dinge antun.
Diese Dunkelheit aus ihm selbst ist es, die ihm heute am meisten Angst macht. Bitter und kalt schleicht sie sich in seine Adern, verbreitet Nebel und Kopfschmerzen, setzt sich in seinen Gliedern fest, gräbt ihre Krallen tief in seine Magengrube.
Schwarz trieft sein Herz, wie die Lunge eines starken Rauchers.
*
Kalt liegt das Metall der Schienen im Gleisbett. Züge rollen so tonnenschwer darüber, wie seine Seele in seinem Körper wohnt.
Der Schotter vibriert fast elektrisch unter dem Gewicht, Gänsehaut breitet sich über seine Haut aus. Er spürt, wie sich fein die Härchen stellen, erst auf dem Rücken, dann über die Oberarme hinunter zu seinen Händen.
Menschen stolpern aus den sich öffnenden Abteiltüren, hinaus in Kälte, Dunkelheit und Nacht.
"Dieser Zug endet hier, bitte achten Sie auf die Ansagen am Gleis", quäkt monoton die Computerstimme, die schon wenige Minuten zuvor kaum zu verstehen war.
"Dieser Zug endet hier...", wiederholt eine Stimme in seinem Kopf - ein Stich durchfährt ihn irgendwie. Endet hier... Die Worte hallen in seinen Gedanken nach wie ein Echo, das nicht verklingen mag.
Endet.
Hier.
Seine Unterlippe zittert, unwirsch berührt er mit dem Zeigefinger die zarte Haut.
Tränenglitzernd wirft er einen Blick auf sein Handy, 19Uhr27, am 24.Januar 2017.
In seinem Kopf summt und surrt es, Chaos und Ruhe, Existenz und Nonpräsenz flackern auf, werfen ihm Wortfetzen und unvollständige Sätze zu, sie wimmern und betteln, befehlen und schreien.
Sie schreien so laut wie nie zuvor, sie schreien, all ihre Wut, ihre Verzweiflung, ihr Chaos hinaus.
Er schreit mit und lächelt, vielleicht das erste Mal in seinem Leben, während der 19Uhr28-Zug einfährt.
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Freitag, 22. Juli 2016
Grundlos Lachen
Grundlos Lachen,
dabei verzieht sich das Gesicht
zu einer Grimasse aus Freude.
Grundlos lachen und
der Tag wird plötzlich so viel
schöner, als man geplant hatte.
Ein Lied, eine Erinnerung, ein Wort
und grundloses Lachen
verliert seine
Grundlosigkeit.
dabei verzieht sich das Gesicht
zu einer Grimasse aus Freude.
Grundlos lachen und
der Tag wird plötzlich so viel
schöner, als man geplant hatte.
Ein Lied, eine Erinnerung, ein Wort
und grundloses Lachen
verliert seine
Grundlosigkeit.
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