Ich atme tief ein, Nachtluft schneidet mir eisig in die Lunge, verteilt sich durch meine Adern im gesamten Körper. Für eine Sekunde schließe ich die Augen, genieße die Kälte.
Raureif glitzert über die Verbundsteine des Parkplatzes, schwach bewegen sich Flaggen, werfen Schatten neben mein Auto. In meiner Hand glimmt die Zigarette, wärmt Eiszapfenfinger während das Nikotin mich irgendwie schwindlig macht.
Es ist so still um mich herum, fast kann ich das Blut in meinen Ohren rauschen hören - beruhigend.
Über mir Abermillionen Sterne, die Milchstraße, die vielleicht schon vor so vielen Jahrzehnten erloschen ist. Es funkelt und leuchtet, ich fühle mich klein. Winzig und kalt, halb erfroren, und doch mitten im Leben. Auf diesem Parkplatz, nachts, um kurz vor eins.
30.12.2016 lese ich auf dem Display meines Handys, als es kurz aufblinkt. Bilder ziehen durch meinen Kopf, verschwinden aber wieder von der Leinwand, lassen mich zufrieden und glücklich zurück.
Während ich nach oben schaue, in diese unendlich schöne Sternenpracht, schließe ich mit 2016 ab. Still, eiskalt, nur für mich. Keine Knaller, keine Böller, kein Sekt. Keine Feier, kein Frohes Neues Jahr. Nur ich und meine Gedanken.
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Samstag, 31. Dezember 2016
Abschluss
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Montag, 12. Dezember 2016
Schwebend.
Während ich durch die Kälte laufe und der Wind mit meinen Haaren Fangen spielt, sehe ich sie an. Sie lächelt leicht, als hätte sie wundervolle Gedanken, die sie trotz der atemberaubenden Temperaturen innerlich warm halten. Das Septum in ihrer Nase sitzt schief - die schwarzen Kugeln haben sich irgendwie asymmetrisch verteilt, ein wenig muss ich kichern.
"Was?" Scheint ihr Blick zu fragen, den sie mir zuwirft, sachte schüttelt sie den Kopf und greift nach meiner Hand. "Eiszapfen...", murmelt sie beinahe empört und umschließt meine Finger mit ihren.
Mein Herz rutscht ein Stück, nur um fast im selben Moment wieder in die höchsten Höhen und noch viel weiter katapultiert zu werden. Allein ihre Berührung lässt meinen Körper summen und vibrieren und gibt mir das Gefühl, nicht mehr Herr meiner Sinne zu sein.
Ich fühle mich als würde ich durch eine Wand aus rosa Zuckerherzchen schweben, die so unendlich weich und zart sind, wenn sie meine Haut streifen. Sie schmecken süß und zuckrig und eigentlich viel zu irreal für diese Welt, die sonst irgendwie hart und kalt zu sein scheint. Oder zu sein schien? Eine Sekunde kneife ich die Augenbrauen zusammen - und erschrecke, als ich plötzlich einen Kuss auf meinen Lippen spüre.
"Du bist mein ganzes Glück!", haucht sie und während wir uns in den Armen liegen, zieht die Welt mit all ihren Geschehnissen an uns vorüber.
"Was?" Scheint ihr Blick zu fragen, den sie mir zuwirft, sachte schüttelt sie den Kopf und greift nach meiner Hand. "Eiszapfen...", murmelt sie beinahe empört und umschließt meine Finger mit ihren.
Mein Herz rutscht ein Stück, nur um fast im selben Moment wieder in die höchsten Höhen und noch viel weiter katapultiert zu werden. Allein ihre Berührung lässt meinen Körper summen und vibrieren und gibt mir das Gefühl, nicht mehr Herr meiner Sinne zu sein.
Ich fühle mich als würde ich durch eine Wand aus rosa Zuckerherzchen schweben, die so unendlich weich und zart sind, wenn sie meine Haut streifen. Sie schmecken süß und zuckrig und eigentlich viel zu irreal für diese Welt, die sonst irgendwie hart und kalt zu sein scheint. Oder zu sein schien? Eine Sekunde kneife ich die Augenbrauen zusammen - und erschrecke, als ich plötzlich einen Kuss auf meinen Lippen spüre.
"Du bist mein ganzes Glück!", haucht sie und während wir uns in den Armen liegen, zieht die Welt mit all ihren Geschehnissen an uns vorüber.
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Montag, 21. November 2016
Schrei
Ihr Schrei hallte durch Nacht und Straßen, obwohl der Tag gerade erst angebrochen war. Ich konnte deutlich hören, wie irgendwo eine Tür zugeschlagen wurde.
Zehn nach acht. Ich nahm einen Schluck Tee, persischer Granatapfel, Rot wie Blut, ging mir durch den Kopf. Und Schwarz wie Ebenholz, antwortete leise eine Stimme aus meinen Gedanken heraus.
Süß und herb, wie Sonnenschein im Winter, rann wohlig die Wärme meinen Hals hinunter, während einige Wohnungen weiter vielleicht die Welt am untergehen war.
Ich warf einen Blick auf die Uhranzeige des Küchenradios - viertel nach acht. Es war ruhig geworden nebenan, die Ruhe nach dem Sturm? Eine Sekunde überlegte ich, wann die Schreierei begonnen hatte, ich zog die Nase kraus.
Mein Teewasser hatte gerade zu kochen angefangen, als die ersten Schrillschreie ihrer Minnie-Mouse-Stimme durch den Morgen trompetet waren.
"Wie konntest du, was hast du nur getan?"
Hysterie am Morgen, gab es etwas Schöneres? Nachdem ich den Teebeutel in den Wasserbläschen meiner Tasse versenkt und mich gemütlich auf den Küchenstuhl geknautscht hatte, mümmelte ich eine Weile auf einer Scheibe Brot herum. Die Kruste war beinahe abgeknabbert, ehe das Drama im Hörspielformat live aus der Nachbarschaft weiterging.
Popcornkauend im Kinosessel sitzend kam ich mir vor, wie ich in Flauschdecke und Pyjama geradezu auf eine Fortsetzung wartete.
Gemurmel, Genuschel, Stühle, die über den Holzboden geknarrt wurden - irgendwie passte die Geräuschkulisse zum Rest dieses Novembermorgens.
"Scheiße!"
Ich zuckte in meiner flauschigen Decken-Pyjama-Festung zusammen, Gänsehaut kroch mir über den Rücken und ich umklammerte meine Teetasse, um ein bisschen Wärme tanken zu können.
Totenstill war es im Hausflur, ob die anderen Wohnparteien auch gespannt die Luft anhielten und warteten, wie es weiterging?
Irgendwo randalierte wer, durchbrach den Meditationsähnlichen Zustand. Erst jetzt nahm ich wieder das Radio wahr, das belanglos einen Song der unendlich gleichen Schmuserapper vor sich hinsudelte.
Während ich mich noch ein wenig tiefer in die Deckenkombi kuschelte, hörte ich unbarmherzig das Dröhnen meiner Türglocke.
Zehn nach acht. Ich nahm einen Schluck Tee, persischer Granatapfel, Rot wie Blut, ging mir durch den Kopf. Und Schwarz wie Ebenholz, antwortete leise eine Stimme aus meinen Gedanken heraus.
Süß und herb, wie Sonnenschein im Winter, rann wohlig die Wärme meinen Hals hinunter, während einige Wohnungen weiter vielleicht die Welt am untergehen war.
Ich warf einen Blick auf die Uhranzeige des Küchenradios - viertel nach acht. Es war ruhig geworden nebenan, die Ruhe nach dem Sturm? Eine Sekunde überlegte ich, wann die Schreierei begonnen hatte, ich zog die Nase kraus.
Mein Teewasser hatte gerade zu kochen angefangen, als die ersten Schrillschreie ihrer Minnie-Mouse-Stimme durch den Morgen trompetet waren.
"Wie konntest du, was hast du nur getan?"
Hysterie am Morgen, gab es etwas Schöneres? Nachdem ich den Teebeutel in den Wasserbläschen meiner Tasse versenkt und mich gemütlich auf den Küchenstuhl geknautscht hatte, mümmelte ich eine Weile auf einer Scheibe Brot herum. Die Kruste war beinahe abgeknabbert, ehe das Drama im Hörspielformat live aus der Nachbarschaft weiterging.
Popcornkauend im Kinosessel sitzend kam ich mir vor, wie ich in Flauschdecke und Pyjama geradezu auf eine Fortsetzung wartete.
Gemurmel, Genuschel, Stühle, die über den Holzboden geknarrt wurden - irgendwie passte die Geräuschkulisse zum Rest dieses Novembermorgens.
"Scheiße!"
Ich zuckte in meiner flauschigen Decken-Pyjama-Festung zusammen, Gänsehaut kroch mir über den Rücken und ich umklammerte meine Teetasse, um ein bisschen Wärme tanken zu können.
Totenstill war es im Hausflur, ob die anderen Wohnparteien auch gespannt die Luft anhielten und warteten, wie es weiterging?
Irgendwo randalierte wer, durchbrach den Meditationsähnlichen Zustand. Erst jetzt nahm ich wieder das Radio wahr, das belanglos einen Song der unendlich gleichen Schmuserapper vor sich hinsudelte.
Während ich mich noch ein wenig tiefer in die Deckenkombi kuschelte, hörte ich unbarmherzig das Dröhnen meiner Türglocke.
Montag, 14. November 2016
Eiswasser-Eisluft
Ich ging heute durch die Stadt,
und es war unendlich kalt.
Vielleicht war es die erste Nacht weit unter
null Grad gewesen,
vielleicht waren aber auch schon
drei oder vier dahingezogen.
Tief in meine Jacke vergraben
blinzelte ich in die Sonnenstrahlen,
die gerade zwischen LKWs und
Häuserfronten irgendwie
staubig hervortraten.
Beinahe diesig war der Morgen,
erst vor wenigen Minuten angebrochen.
In der Hektik der Stadt,
in der Hektik des Montags ging seine
Schönheit unter.
Menschen übersahen den Zauber,
dieses ganz besondere Gefühl,
das sich manchmal über Montagmorgen
legte.
Ich atmete tief ein,
frisch füllten sich meine Lungenflügel
mit Sauerstoff.
Einer Droge gleich rann er durch
Adern, versetzte meinen Körper mit
Endorphinen, beflügelte
auf leichte und sanfte Art meine
Seele.
Eiskalt schmeckte die Luft auf meinen
Lippen;
irgendwie genoss ich ihn,
diesen Geschmack nach frischer Luft.
Nach Eisluft, in der sich kleine Kristalle fanden,
vom Wind umhergewirbelt.
"Als würde man Eiswasser trinken", dachte ich
und schluckte einen Mundvoll
Trockenheit und Kälte hinunter.
Eiswasser.... Für eine Sekunde schloss ich die Augen.
Mir war, als wäre mein Mund voll flüssiger
Kälte, die wie tausend Perlen in
Zahnfleisch und Zähne stach und mich
gleichzeitig mit ihrem
Geschmack unwiderstehlich lockte.
Eiswasser, frisch und rein,
so klar wie Bergseen und mit dem
Duft erholsamen Regens.
und es war unendlich kalt.
Vielleicht war es die erste Nacht weit unter
null Grad gewesen,
vielleicht waren aber auch schon
drei oder vier dahingezogen.
Tief in meine Jacke vergraben
blinzelte ich in die Sonnenstrahlen,
die gerade zwischen LKWs und
Häuserfronten irgendwie
staubig hervortraten.
Beinahe diesig war der Morgen,
erst vor wenigen Minuten angebrochen.
In der Hektik der Stadt,
in der Hektik des Montags ging seine
Schönheit unter.
Menschen übersahen den Zauber,
dieses ganz besondere Gefühl,
das sich manchmal über Montagmorgen
legte.
Ich atmete tief ein,
frisch füllten sich meine Lungenflügel
mit Sauerstoff.
Einer Droge gleich rann er durch
Adern, versetzte meinen Körper mit
Endorphinen, beflügelte
auf leichte und sanfte Art meine
Seele.
Eiskalt schmeckte die Luft auf meinen
Lippen;
irgendwie genoss ich ihn,
diesen Geschmack nach frischer Luft.
Nach Eisluft, in der sich kleine Kristalle fanden,
vom Wind umhergewirbelt.
"Als würde man Eiswasser trinken", dachte ich
und schluckte einen Mundvoll
Trockenheit und Kälte hinunter.
Eiswasser.... Für eine Sekunde schloss ich die Augen.
Mir war, als wäre mein Mund voll flüssiger
Kälte, die wie tausend Perlen in
Zahnfleisch und Zähne stach und mich
gleichzeitig mit ihrem
Geschmack unwiderstehlich lockte.
Eiswasser, frisch und rein,
so klar wie Bergseen und mit dem
Duft erholsamen Regens.
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