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Montag, 9. Januar 2017

Eiskristall

Eiskristalle hängen wie Kronleuchter in der Luft,
wenn man genau hinsieht,
kann man erkennen, wie sie schillern.
Hart wie Diamanten und doch
zart wie Federn schwingen sie
zur Erde,
tonleise, fast heimlich.

Beim Einatmen brennen sie in Nasen-
und Lungenflügeln,
sie kitzeln im Haar und manchmal, wenn man ganz
genau hinhört,
kann man den ein oder anderen
Menschen über sie schmunzeln hören.

Eiskristalle,
sie glitzern so endlos wundervoll
im Sonnenlicht,
wenn sie haltlos zur Erde fallen,
wo ihnen ihr grauses Schicksal bevorsteht.

Samstag, 31. Dezember 2016

Abschluss

Ich atme tief ein, Nachtluft schneidet mir eisig in die Lunge, verteilt sich durch meine Adern im gesamten Körper. Für eine Sekunde schließe ich die Augen, genieße die Kälte.
Raureif glitzert über die Verbundsteine des Parkplatzes, schwach bewegen sich Flaggen, werfen Schatten neben mein Auto. In meiner Hand glimmt die Zigarette, wärmt Eiszapfenfinger während das Nikotin mich irgendwie schwindlig macht.
Es ist so still um mich herum, fast kann ich das Blut in meinen Ohren rauschen hören - beruhigend.
Über mir Abermillionen Sterne, die Milchstraße, die vielleicht schon vor so vielen Jahrzehnten erloschen ist. Es funkelt und leuchtet, ich fühle mich klein. Winzig und kalt, halb erfroren, und doch mitten im Leben. Auf diesem Parkplatz, nachts, um kurz vor eins.
30.12.2016 lese ich auf dem Display meines Handys, als es kurz aufblinkt. Bilder ziehen durch meinen Kopf, verschwinden aber wieder von der Leinwand, lassen mich zufrieden und glücklich zurück.
Während ich nach oben schaue, in diese unendlich schöne Sternenpracht, schließe ich mit 2016 ab. Still, eiskalt, nur für mich. Keine Knaller, keine Böller, kein Sekt. Keine Feier, kein Frohes Neues Jahr. Nur ich und meine Gedanken.

Montag, 14. November 2016

Eiswasser-Eisluft

Ich ging heute durch die Stadt,
und es war unendlich kalt.
Vielleicht war es die erste Nacht weit unter
null Grad gewesen,
vielleicht waren aber auch schon
drei oder vier dahingezogen.
Tief in meine Jacke vergraben
blinzelte ich in die Sonnenstrahlen,
die gerade zwischen LKWs und
Häuserfronten irgendwie
staubig hervortraten.
Beinahe diesig war der Morgen,
erst vor wenigen Minuten angebrochen.
In der Hektik der Stadt,
in der Hektik des Montags ging seine
Schönheit unter.
Menschen übersahen den Zauber,
dieses ganz besondere Gefühl,
das sich manchmal über Montagmorgen
legte.
Ich atmete tief ein,
frisch füllten sich meine Lungenflügel
mit Sauerstoff.
Einer Droge gleich rann er durch
Adern, versetzte meinen Körper mit
Endorphinen, beflügelte
auf leichte und sanfte Art meine
Seele.
Eiskalt schmeckte die Luft auf meinen
Lippen;
irgendwie genoss ich ihn,
diesen Geschmack nach frischer Luft.
Nach Eisluft, in der sich kleine Kristalle fanden,
vom Wind umhergewirbelt.
"Als würde man Eiswasser trinken", dachte ich
und schluckte einen Mundvoll
Trockenheit und Kälte hinunter.
Eiswasser.... Für eine Sekunde schloss ich die Augen.
Mir war, als wäre mein Mund voll flüssiger
Kälte, die wie tausend Perlen in
Zahnfleisch und Zähne stach und mich
gleichzeitig mit ihrem
Geschmack unwiderstehlich lockte.
Eiswasser,  frisch und rein,
so klar wie Bergseen und mit dem
Duft erholsamen Regens.

Sonntag, 14. Februar 2016

Regen, Regen

Samstagmorgen, wundervoll grau strahlt der Himmel, sachte plätschern Regentropfen auf dem Dachfenster. In der Luft liegt ein besonderer Duft, genau definieren kann ich ihn nicht. Regenwurm, irgendwie, eine Brise Waldboden und ein Hauch nasser Asphalt. Schon um kurz nach sechs konnte ich Vögel singen hören, langsam aber sicher wird nun doch mal Frühling. Hoffentlich.
Hinter meinen Augen pocht es seltsam dumpf, so als hätte mich beim Schlafen was überfahren, ein LKW, ein Zug, ich weiß nicht. Ich seufze. Hilft ja alles nix, Termin ist Termin.
Inzwischen schon dreißig Minuten auf den Beinen, hat weder das Pochen hinter meinen Augen aufgehört, noch der Regen draußen ein Einsehen gehabt. Verdammt.
Grüne Jeans, schwarze Stiefel, braune Jacke. Ein bisschen Make Up ins Gesicht, gegen das Fahle und Bleiche.
Im Garten überkommt mich ein Schaudern, widerlich kalt kriecht Kälte in den Jackenkragen, setzt sich fest. "Hunde, beeilt euch mal mit dem Pipi!"  Dampfwölkchen steigen von Pipipfützen hoch, schnell zurück ins Warme.
Frühstück, Tasse Tee, Zähneputzen und los. Hinein in den Samstagvormittag, hinaus in das Regenwetter. Zwei Stunden Industriekultur unter freiem Himmel, es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung!