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Montag, 5. November 2018
Ich möchte mein Herz tanzen sehen
Wie jeden Morgen, verknautscht im Bett liegend,
mit dem Wecker diskutieren.
Zwischen zwei Snooze-Intervallen Sinn
und Unsinn des Sich-Erhebens abwägen,
um letztlich doch zu kapitulieren.
Raus aus Kissen und Decken,
hinein in die Realität.
Wie immer.
Kopf gesenkt, erstes Ziel: die Kaffeemaschine.
Zischend und fauchend füllt sich die Tasse
mit der dunklen Brühe, lebensrettend.
Im Radio melden sie eine Dauerbaustelle,
schon seit Wochen fordert sie die Geduld
der Menschen.
Der Tag ist grau und hell.
Wolken dekorieren den Novemberhimmel und
es fühlt sich an wie immer.
Ein Tag, wie jeder andere.
Ein Tag zum Arbeiten.
Wie immer.
Den Geschirrspüler anschmeißen,
ein paar Brotkrümel wegwischen -
für mehr ist keine Zeit.
Keine Zeit.
Dauerbaustelle.
Ein Tag wie jeder andere.
snowcakeofice.
Freitag, 11. November 2016
Jack The Ripper
Es ist noch unglaublich früh, niemand sollte um diese Uhrzeit unterwegs sein, geschweige denn wach. Straßenlaternen erhellen den anbrechenden Tag, der sich langsam und ungemütlich seinen Weg durch Regenschleier bahnt.
Auf den Asphaltwegen der Stadt rollen die Blechlawinen, der erste Andrang ist inzwischen vorüber, die ersten Menschen schlürfen vielleicht gerade den zweiten und dritten Schluck Kaffee aus schlecht gewaschenen Bürotassen.
Sie zwirbelt an der Schnur der Kopfhörer, wie immer haben sich über Nacht wahre Knotenrudel in die schwarzen Kabel hineingewunden. Sie seufzt, ihre Finger sind eiskalt und das Entwirren fällt ihr schwer.
Scheiße!, flucht sie und umrundet eine Pfütze, die sie gerade so aus den Augenwinkeln entdecken konnte. Was für ein Morgen!, flüstert ihr durch den Kopf, als sie an der Bushaltestelle vorbeigeht und stumm Augenpaare ihr hinterher starren.
Erst waren beinahe zwei LWK mit ihrem Wagen kollidiert, dann hatte sie auf der Bundesstraße fast einen Fuchs überfahren. Zwei rote Ampeln und mehrere Flüche später parkte sie auf dem großen Parkplatz, wo man sie inzwischen tagtäglich antreffen konnte. Die Werkstatt gegenüber kam ihr schon vor wie unmittelbare Nachbarschaft, sie und die Arbeiter nickten sich zu, vielleicht konnte man im Sommer mal ein Bier zusammen trinken.
Tief hatte sie durchgeatmet, ehe sie den Rucksack auf den Rücken gezogen und auf die Fernbedienung des Autos gedrückt hatte.
Von ferne sah sie das Industriefeuer, das sie als Kind so fasziniert hatte. Wolkenschleier schoben sich vor die Flamme, die blaugrüngelbrot in die zu Ende gehende Nacht flackerte. Ein letzter Blick in die Fenster ihres Wagens, einmal das Spiegelbild überprüfen. Sie lachte, unwillkürlich.
Verdammt, war das kalt! Sie zittert, so sehr, dass sie ein klein wenig von ihrem Kaffee verschlabbert, den sie im Coffee to go - Becher vor sich her balanciert. Oder sich daran wärmt, je nachdem. Ein Bild für die Götter, wahrscheinlich. In der einen Hand, rechts, das Smartphone mit den endlos verquirlten Kopfhörern, in der anderen Hand, links, Kaffee. Halb dampfend, halb gefrierend, lebensnotwendig.
Sie nimmt einen Schluck der Koffeinbrühe, schließt die Augen, als sie das Elixier hinunterschluckt. Bitter und ungesüßt rinnt es ihren Hals hinunter, so wie sie es mag.
"She's been lonely and forgotten ever since/
But her beauty in the night light will remain"
Die beiden Zeilen aus Volbeats "Mary Jane Kelly" kommen ihr in den Sinn, im Kopf summt sie die Melodie mit.
Was für eine schöne Idee, einen Song über ein Opfer Jack the Rippers zu schreiben.
Sie lächelt.
1888 kann sie in Ziffern vor ihrem inneren Auge lesen - eigentlich war es eine spannende Zeit gewesen damals. Nicht anders als heute, irgendwie.
Mord, Totschlag, Krieg. Nichts Weltbewegendes und doch dreht sich der blaue Planet unaufhörlich, Jahr für Jahr.
In ihre Gedanken hinein rauscht der Zug, für den sie heute mitten in der Nacht aufgestanden ist. Niemand sollte um diese Uhrzeit unterwegs sein!
Auf den Asphaltwegen der Stadt rollen die Blechlawinen, der erste Andrang ist inzwischen vorüber, die ersten Menschen schlürfen vielleicht gerade den zweiten und dritten Schluck Kaffee aus schlecht gewaschenen Bürotassen.
Sie zwirbelt an der Schnur der Kopfhörer, wie immer haben sich über Nacht wahre Knotenrudel in die schwarzen Kabel hineingewunden. Sie seufzt, ihre Finger sind eiskalt und das Entwirren fällt ihr schwer.
Scheiße!, flucht sie und umrundet eine Pfütze, die sie gerade so aus den Augenwinkeln entdecken konnte. Was für ein Morgen!, flüstert ihr durch den Kopf, als sie an der Bushaltestelle vorbeigeht und stumm Augenpaare ihr hinterher starren.
Erst waren beinahe zwei LWK mit ihrem Wagen kollidiert, dann hatte sie auf der Bundesstraße fast einen Fuchs überfahren. Zwei rote Ampeln und mehrere Flüche später parkte sie auf dem großen Parkplatz, wo man sie inzwischen tagtäglich antreffen konnte. Die Werkstatt gegenüber kam ihr schon vor wie unmittelbare Nachbarschaft, sie und die Arbeiter nickten sich zu, vielleicht konnte man im Sommer mal ein Bier zusammen trinken.
Tief hatte sie durchgeatmet, ehe sie den Rucksack auf den Rücken gezogen und auf die Fernbedienung des Autos gedrückt hatte.
Von ferne sah sie das Industriefeuer, das sie als Kind so fasziniert hatte. Wolkenschleier schoben sich vor die Flamme, die blaugrüngelbrot in die zu Ende gehende Nacht flackerte. Ein letzter Blick in die Fenster ihres Wagens, einmal das Spiegelbild überprüfen. Sie lachte, unwillkürlich.
Verdammt, war das kalt! Sie zittert, so sehr, dass sie ein klein wenig von ihrem Kaffee verschlabbert, den sie im Coffee to go - Becher vor sich her balanciert. Oder sich daran wärmt, je nachdem. Ein Bild für die Götter, wahrscheinlich. In der einen Hand, rechts, das Smartphone mit den endlos verquirlten Kopfhörern, in der anderen Hand, links, Kaffee. Halb dampfend, halb gefrierend, lebensnotwendig.
Sie nimmt einen Schluck der Koffeinbrühe, schließt die Augen, als sie das Elixier hinunterschluckt. Bitter und ungesüßt rinnt es ihren Hals hinunter, so wie sie es mag.
"She's been lonely and forgotten ever since/
But her beauty in the night light will remain"
Die beiden Zeilen aus Volbeats "Mary Jane Kelly" kommen ihr in den Sinn, im Kopf summt sie die Melodie mit.
Was für eine schöne Idee, einen Song über ein Opfer Jack the Rippers zu schreiben.
Sie lächelt.
1888 kann sie in Ziffern vor ihrem inneren Auge lesen - eigentlich war es eine spannende Zeit gewesen damals. Nicht anders als heute, irgendwie.
Mord, Totschlag, Krieg. Nichts Weltbewegendes und doch dreht sich der blaue Planet unaufhörlich, Jahr für Jahr.
In ihre Gedanken hinein rauscht der Zug, für den sie heute mitten in der Nacht aufgestanden ist. Niemand sollte um diese Uhrzeit unterwegs sein!
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Montag, 24. Oktober 2016
Sie schämt sich
Menschen strömen an ihr vorbei, der ein oder andere wirft ihr vielleicht einen Blick zu. Oder auch zwei, je nachdem.
Sie schämt sich. Für das, was sie ist. Für das, wofür sie steht. Sie schämt sich, wie sie auf dem Boden sitzt, einen Pappkarton unter dem Po, ein Kaffeebecher vor ihren Knien. Die rechte Hand nach vorne gestreckt, hin und her wippend, ein Flehen in den Augen.
Der Morgen lief gut. Sie überlegt kurz, welches Datum wohl dick in den Kalendern der Geschäftsmenschen steht, die Aktentaschen schwenkend an ihr vorüber hetzen. Wahrscheinlich gab es vor ein paar Tagen Gehalt, denkt sie, während sie wie in Trance den Rotz unter ihrer Nase wegwischt. Natürlich mit dem Ärmel ihrer viel zu fadenscheinigen Jacke, die noch nicht einmal der ersten Herbstkälte Ende August standhalten konnte.
Zehn Euro und ein bisschen was zählt sie aus den Augenwinkeln in ihrem Kaffeebecher zusammen. Ungehört dringt ein Seufzen aus ihren Lippen, verhallt tonlos zwischen grauen Wolken und den Häuserfronten der Einkaufsmeile.
Ihr Bein kribbelt, irgendwie ignoriert sie es, weil sie weiß, der Schmerz, wenn es wieder wach wird, wird umso schlimmer sein. Alltägliche Mühen, geht ihr süßlich durch den Kopf. Bilder von Familienidylle, Sonntagmorgenfrühstück und Friede-Freude-Eierkuchen folgen.
Grau. Grau ist der Regen, der auf die Sraße platscht und sich in Pfützen sammelt, um unangenehm als Spritzwasser unter Stiefeln und Sneakers hervor zu watschen. Es müffelt nach nassen Hunden, durchweicht nach Socken und irgendwie abgestanden nach Stadt.
Sie verzieht das Gesicht und schaut einer jungen Frau dabei zu, wie sie versucht, Coffee to go, Regenschirm und Smartphone samt Kopfhörern zu koordinieren. Selbst als sie weg ist, folgt ihr Blick dem schwarzen Mantel durch den grauen Tag, ihr Hüftschwung erinnert sie ein wenig an sie. Damals.
Münzen klirren, Metall auf aufgequollener Pappe, eher ein Ploppen. Sie sieht auf, Gestalten, unförmig in Jacken gehüllt, beugen sich zu ihr, reden mit ihr. Reden mit ihr? Vielleicht. Oder doch nicht. Sie weiß es gar nicht, erkennt nur, wie Münder sich öffnen und schließen. Ob Worte herauskommen und die an sie gerichtet sind... Sie nimmt den Unterschied schon lange nicht mehr wahr.
Von ferne hört sie, wie ihre eigenen Lippen Wortklumpen hervorwürgen, in der Sprache, die sie verabscheut.
Sie schämt sich, und streckt der Stadt voller Trotz die wippende Hand entgegen.
Sie schämt sich. Für das, was sie ist. Für das, wofür sie steht. Sie schämt sich, wie sie auf dem Boden sitzt, einen Pappkarton unter dem Po, ein Kaffeebecher vor ihren Knien. Die rechte Hand nach vorne gestreckt, hin und her wippend, ein Flehen in den Augen.
Der Morgen lief gut. Sie überlegt kurz, welches Datum wohl dick in den Kalendern der Geschäftsmenschen steht, die Aktentaschen schwenkend an ihr vorüber hetzen. Wahrscheinlich gab es vor ein paar Tagen Gehalt, denkt sie, während sie wie in Trance den Rotz unter ihrer Nase wegwischt. Natürlich mit dem Ärmel ihrer viel zu fadenscheinigen Jacke, die noch nicht einmal der ersten Herbstkälte Ende August standhalten konnte.
Zehn Euro und ein bisschen was zählt sie aus den Augenwinkeln in ihrem Kaffeebecher zusammen. Ungehört dringt ein Seufzen aus ihren Lippen, verhallt tonlos zwischen grauen Wolken und den Häuserfronten der Einkaufsmeile.
Ihr Bein kribbelt, irgendwie ignoriert sie es, weil sie weiß, der Schmerz, wenn es wieder wach wird, wird umso schlimmer sein. Alltägliche Mühen, geht ihr süßlich durch den Kopf. Bilder von Familienidylle, Sonntagmorgenfrühstück und Friede-Freude-Eierkuchen folgen.
Grau. Grau ist der Regen, der auf die Sraße platscht und sich in Pfützen sammelt, um unangenehm als Spritzwasser unter Stiefeln und Sneakers hervor zu watschen. Es müffelt nach nassen Hunden, durchweicht nach Socken und irgendwie abgestanden nach Stadt.
Sie verzieht das Gesicht und schaut einer jungen Frau dabei zu, wie sie versucht, Coffee to go, Regenschirm und Smartphone samt Kopfhörern zu koordinieren. Selbst als sie weg ist, folgt ihr Blick dem schwarzen Mantel durch den grauen Tag, ihr Hüftschwung erinnert sie ein wenig an sie. Damals.
Münzen klirren, Metall auf aufgequollener Pappe, eher ein Ploppen. Sie sieht auf, Gestalten, unförmig in Jacken gehüllt, beugen sich zu ihr, reden mit ihr. Reden mit ihr? Vielleicht. Oder doch nicht. Sie weiß es gar nicht, erkennt nur, wie Münder sich öffnen und schließen. Ob Worte herauskommen und die an sie gerichtet sind... Sie nimmt den Unterschied schon lange nicht mehr wahr.
Von ferne hört sie, wie ihre eigenen Lippen Wortklumpen hervorwürgen, in der Sprache, die sie verabscheut.
Sie schämt sich, und streckt der Stadt voller Trotz die wippende Hand entgegen.
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Dienstag, 5. Juli 2016
Meer gesehen
Manchmal geht man mit offenen Augen durchs Leben, dann wieder sind sie verschlossen und man tappst halbblind durch Gassen und Flure.
Menschen sehen, Menschen wahrnehmen. Sie samt ihrer Probleme und Wünsche, so geheim die auch sein mögen, erkennen, sie ernst nehmen.
Manchmal reicht der Funke einer Ahnung, was einen Menschen beschäftigt, ihn vielleicht bedrückt und traurig macht. Manchmal muss man seinem Gegenüber aber tief in die Augen schauen, um die Firewall zu durchbrechen, die man sich im Alltag so aufbaut.
*
Ich ziehe durch die Straßen der kleinen Stadt, in der ich meinen Wagen geparkt habe. "Drei Stunden gratis parken" versprach der Werbeslogan auf dem Schild - sofern ich das Kauderwelsch Holländisch richtig entziffern konnte. Egal, jetzt steht das Auto da, wo es steht, basta.
Der Wind zieht stürmisch durch die Gassen, Meeresrauschen trägt er an mein Ohr, das Geblubber von Touristen außerdem. Japanisch, Deutsch, Englisch. Zwischendrin erfrischenderweise un petit peu de Francais, je t'aime la diversité culturelle.
Einen Augenblick schließe ich die Augen und höre das Gekicher von Jungmöwen, ganz nahe des kleinen Yachthafens. Sie spielen gemeinsam im Wind, lassen sich treiben und von einzelnen Böen wieder auffangen. Ich beobachte sie kurz, ehe ich weitergehe. Restaurants und Bars reihen sich im Licht der untergehenden Sonne aneinander, sie schmiegen sich in die Enge der Straßen. Autos brettern über Kopfsteinpflaster, übertönen das Möwengekicher und das Rauschen des Meereswindes gleichermaßen. Salzluft setzt sich in meiner Lunge fest, wie Sand in den Rillen meiner Schuhsohlen.
Menschen sehen, Menschen wahrnehmen. Sie samt ihrer Probleme und Wünsche, so geheim die auch sein mögen, erkennen, sie ernst nehmen.
Manchmal reicht der Funke einer Ahnung, was einen Menschen beschäftigt, ihn vielleicht bedrückt und traurig macht. Manchmal muss man seinem Gegenüber aber tief in die Augen schauen, um die Firewall zu durchbrechen, die man sich im Alltag so aufbaut.
*
Ich ziehe durch die Straßen der kleinen Stadt, in der ich meinen Wagen geparkt habe. "Drei Stunden gratis parken" versprach der Werbeslogan auf dem Schild - sofern ich das Kauderwelsch Holländisch richtig entziffern konnte. Egal, jetzt steht das Auto da, wo es steht, basta.
Der Wind zieht stürmisch durch die Gassen, Meeresrauschen trägt er an mein Ohr, das Geblubber von Touristen außerdem. Japanisch, Deutsch, Englisch. Zwischendrin erfrischenderweise un petit peu de Francais, je t'aime la diversité culturelle.
Einen Augenblick schließe ich die Augen und höre das Gekicher von Jungmöwen, ganz nahe des kleinen Yachthafens. Sie spielen gemeinsam im Wind, lassen sich treiben und von einzelnen Böen wieder auffangen. Ich beobachte sie kurz, ehe ich weitergehe. Restaurants und Bars reihen sich im Licht der untergehenden Sonne aneinander, sie schmiegen sich in die Enge der Straßen. Autos brettern über Kopfsteinpflaster, übertönen das Möwengekicher und das Rauschen des Meereswindes gleichermaßen. Salzluft setzt sich in meiner Lunge fest, wie Sand in den Rillen meiner Schuhsohlen.
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Dienstag, 28. Juni 2016
CaféGefühl
Ich saß in diesem Café, die Straße rein, gleich links.
Die Armstützen der Stühle luden in Rot leuchtend zum Verweilen ein, die meisten von ihnen standen jedoch noch verwaist.
Vielleicht lag es an der Uhrzeit -es war ja noch früh an diesem Montag-, vielleicht lag es aber auch an der Geschäftigkeit der Menschen.
Sie hetzten vorüber wie getriebenes Vieh, immer in Erwartung des nächsten Peitschenknalls kurz hinter den Ohren. Ein pompöses "Peng!" -eine Email, ein Anruf-, um sie aus ihrem Trott herauszureißen und zu nichtssagenden Höchstleistungen anzutreiben.
In den Augen der Gehetzen spiegelte sich das Wochenende; Begegnungen, Gespräche, Gedanken hingen noch so manifest in Köpfen, als wäre Sonntag erst gestern gewesen.
Ich bestellte einen Milchkaffee, konnte dabei kaum die Augen von dem Treiben abwenden, das an der Kante meiner Nase vorüberzog.
Leben, schoss mir durch den Kopf, hier passiert das Leben.
Es dauerte nicht lange und die Kellnerin -Italienerin, Pferdeschwanz, ganz in schwarz gekleidet, ein kleiner Schriftzug (der Name des Cafés, vielleicht?) zierte in roter Kursivschrift den Kragen der Bluse- brachte meinen Milchkaffee. In einem Glas, normalerweise für Latte Macchiato gedacht, schäumte die aufgeplusterte Milch bis über den Rand hinaus. Mittig ein heller Kaffeefleck, wie zufällig verloren. Sanft stieg mir das Aroma frischer Kaffeebohnen in die Nase.
"Prego!"
Sie stellte das Glas -auf einem schwarzen Unterteller- vor mich auf den Tisch und lächelte mich an.
Ich zahlte direkt, 2,80€, 20 Cent Trinkgeld. Nicht die Welt, eher eine Geste, aber es war ja auch noch früh an diesem Montag.
Ihr Danke klang leicht und frei in meinen Ohren, ich mochte sie.
Polternd raste ein Kleinlastwagen an mir vorbei, zog meine Aufmerksamkeit wieder intensiv auf das Leben und die Geschäftigkeit der Straße.
Während ich an meinem Milchkaffee nippte -der Schaum kitzelte in der Nase- fuhr ein Auto der Müllabfuhr vorüber. Die Männer auf den Seitentritten unterhielten sich fröhlich, Scherze flogen hin und her, füllten die Straße, wie mehr und mehr Gäste das kleine Café, vor dem ich saß.
Leben, schoss mir wieder durch den Kopf und ich musste lächeln. Ich genoss die Geschäftigkeit der Gasse, verliebte mich geradezu in das Treiben, das vor meinen Augen geschah und von dem ich -für den Augenblick- kein Teil war.
Die Armstützen der Stühle luden in Rot leuchtend zum Verweilen ein, die meisten von ihnen standen jedoch noch verwaist.
Vielleicht lag es an der Uhrzeit -es war ja noch früh an diesem Montag-, vielleicht lag es aber auch an der Geschäftigkeit der Menschen.
Sie hetzten vorüber wie getriebenes Vieh, immer in Erwartung des nächsten Peitschenknalls kurz hinter den Ohren. Ein pompöses "Peng!" -eine Email, ein Anruf-, um sie aus ihrem Trott herauszureißen und zu nichtssagenden Höchstleistungen anzutreiben.
In den Augen der Gehetzen spiegelte sich das Wochenende; Begegnungen, Gespräche, Gedanken hingen noch so manifest in Köpfen, als wäre Sonntag erst gestern gewesen.
Ich bestellte einen Milchkaffee, konnte dabei kaum die Augen von dem Treiben abwenden, das an der Kante meiner Nase vorüberzog.
Leben, schoss mir durch den Kopf, hier passiert das Leben.
Es dauerte nicht lange und die Kellnerin -Italienerin, Pferdeschwanz, ganz in schwarz gekleidet, ein kleiner Schriftzug (der Name des Cafés, vielleicht?) zierte in roter Kursivschrift den Kragen der Bluse- brachte meinen Milchkaffee. In einem Glas, normalerweise für Latte Macchiato gedacht, schäumte die aufgeplusterte Milch bis über den Rand hinaus. Mittig ein heller Kaffeefleck, wie zufällig verloren. Sanft stieg mir das Aroma frischer Kaffeebohnen in die Nase.
"Prego!"
Sie stellte das Glas -auf einem schwarzen Unterteller- vor mich auf den Tisch und lächelte mich an.
Ich zahlte direkt, 2,80€, 20 Cent Trinkgeld. Nicht die Welt, eher eine Geste, aber es war ja auch noch früh an diesem Montag.
Ihr Danke klang leicht und frei in meinen Ohren, ich mochte sie.
Polternd raste ein Kleinlastwagen an mir vorbei, zog meine Aufmerksamkeit wieder intensiv auf das Leben und die Geschäftigkeit der Straße.
Während ich an meinem Milchkaffee nippte -der Schaum kitzelte in der Nase- fuhr ein Auto der Müllabfuhr vorüber. Die Männer auf den Seitentritten unterhielten sich fröhlich, Scherze flogen hin und her, füllten die Straße, wie mehr und mehr Gäste das kleine Café, vor dem ich saß.
Leben, schoss mir wieder durch den Kopf und ich musste lächeln. Ich genoss die Geschäftigkeit der Gasse, verliebte mich geradezu in das Treiben, das vor meinen Augen geschah und von dem ich -für den Augenblick- kein Teil war.
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